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Steuern / Einkommensteuer 
Mittwoch, 06.02.2019

Aufwendungen für Jägerprüfung als Werbungskosten einer angestellten Landschaftsökologin

Das Finanzgericht Münster entschied, dass ein Jagdschein i. d. R. keine unmittelbare Voraussetzung für die Tätigkeit als Landschaftsökologin ist. Eine solche nehme im Rahmen ihrer Berufstätigkeit nicht an der Jagd teil und führe auch nicht eine Jagdwaffe bei der Arbeit mit sich (Az. 5 K 2031/18).

Im vorliegenden Fall war die Klägerin Landschaftsökologin und ganzjährig als Arbeitnehmerin bei der Firma X beschäftigt. In ihrer Einkommensteuererklärung erklärte sie als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit u. a. Aufwendungen für den Erwerb eines Jagdscheins (Kompaktkurs, Lehrgangsgebühr, Fahrt- und Unterbringungskosten, Verpflegungsmehraufwand) i. H. v. 2.744 Euro. Sie legte eine Bescheinigung ihres Arbeitgebers vor, wonach es sich bei der Jägerprüfung um eine beruflich veranlasste Zusatzqualifizierung handele, die als Arbeitszeit angerechnet worden sei. Eine Kostenübernahme durch den Arbeitgeber erfolgte nicht. Das Finanzamt ließ diese Kosten nicht zum Werbungskostenabzug zu.

Das FG Münster wies die Klage ab. Die Jagd sei typischerweise ein Hobby und diene der Freizeitgestaltung, nämlich der Entspannung und Erholung und damit der Verfolgung überwiegend privater Interessen. Im Einkommensteuergesetz sei geregelt, dass u. a. Aufwendungen für Jagd und Fischerei nichtabziehbare Werbungskosten darstellen. Nach Auffassung des Gerichts ist der Erwerb eines Jagdscheins vor diesem Hintergrund – ebenso wie der Erwerb eines Führerscheins für Kfz – nur dann beruflich veranlasst, wenn dieser unmittelbare Voraussetzung für die Berufsausübung ist.

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