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Steuern / Einkommensteuer 
Dienstag, 13.09.2022

Gewinne aus dem Tausch von Grundstücken eines landwirtschaftlichen Betriebs - Übertragung auf erworbene Grundstücke?

Das Finanzgericht Münster hat dazu Stellung genommen, unter welchen Voraussetzungen Gewinne aus dem Tausch von Grundstücken eines landwirtschaftlichen Betriebs nach §§ 6c, 6b EStG auf die erworbenen Grundstücke übertragen werden können (Az. 13 K 3457/19).

Gem. § 6b Abs. 1 Satz 1 EStG könnten Steuerpflichtige, die Grund und Boden oder Gebäude veräußern, im Wirtschaftsjahr der Veräußerung von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten der in Satz 2 bezeichneten Wirtschaftsgüter, die im Wirtschaftsjahr der Veräußerung oder im vorangegangenen Wirtschaftsjahr angeschafft oder hergestellt worden sind, einen Betrag bis zur Höhe des bei der Veräußerung entstandenen Gewinns abziehen. Gem. § 6b Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 und 3 EStG sei der Abzug zulässig bei den Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Grund und Boden, soweit der Gewinn bei der Veräußerung von Grund und Boden entstanden sei (Nr. 1), oder von Gebäuden, soweit der Gewinn bei der Veräußerung von Grund und Boden, von Aufwuchs auf Grund und Boden mit dem dazugehörigen Grund und Boden oder Gebäuden entstanden sei (Nr. 3). Gewinn i. S. d. § 6b Abs. 1 Satz 1 EStG sei der Betrag, um den der Veräußerungspreis nach Abzug der Veräußerungskosten den Buchwert übersteige, mit dem das veräußerte Wirtschaftsgut im Zeitpunkt der Veräußerung anzusetzen gewesen wäre. Buchwert sei der Wert, mit dem ein Wirtschaftsgut nach § 6 EStG anzusetzen sei.

Voraussetzung für die Anwendung des § 6b Abs. 1 EStG sei, dass die veräußerten Wirtschaftsgüter im Zeitpunkt der Veräußerung mindestens sechs Jahre ununterbrochen zum Anlagevermögen einer inländischen Betriebsstätte gehört haben (Nr. 2), die angeschafften oder hergestellten Wirtschaftsgüter zum Anlagevermögen einer inländischen Betriebsstätte gehören (Nr. 3), der bei der Veräußerung entstandene Gewinn bei der Ermittlung des im Inland steuerpflichtigen Gewinns nicht außer Ansatz bleibt (Nr. 4) und dass der Abzug nach § 6b Abs. 1 EStG in der Buchführung verfolgt werden kann (Nr. 5). Der Abzug führe zu einer entsprechenden Gewinnminderung. § 6b EStG sei entsprechend anzuwenden, wenn der Gewinn nach § 4 Abs. 3 EStG oder die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft nach Durchschnittssätzen ermittelt werden.

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