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Steuern / Einkommensteuer 
Donnerstag, 15.09.2022

Kein Werbungskostenabzugsverbot bei der Haftungsinanspruchnahme der Geschäftsführerin für Lohnsteuer, die auf ihren Arbeitslohn entfällt

Der Bundesfinanzhof hatte zu entscheiden, ob Aufwendungen, die einer Arbeitnehmerin dadurch entstanden sind, dass sie als ehemalige Geschäftsführerin für nicht abgeführte, sie selbst betreffende Lohnsteuer in Haftung genommen wurde, als Werbungskosten abzugsfähig sind oder dem Abzugsverbot unterliegen (Az. VI R 19/20).

Die Inhaftungnahme der Klägerin stand hier in wirtschaftlichem Zusammenhang mit ihrer beruflichen Tätigkeit als angestellte Geschäftsführerin der GmbH. Das “auslösende Moment” für die von der Klägerin auf die Haftungsschulden getätigten Aufwendungen lag folglich im Bereich der einkommensteuerrechtlich relevanten Erwerbssphäre. Die Aufwendungen standen damit in objektivem Zusammenhang mit der Einkünfteerzielung. Sie dienten auch subjektiv der beruflichen Tätigkeit der Klägerin, da diese mit den Aufwendungen Schulden tilgen wollte, die sie als angestellte Geschäftsführerin der GmbH getroffen hatte.

Nach Auffassung des Bundesfinanzhofs seien Aufwendungen einer angestellten Geschäftsführerin zur Tilgung von Haftungsschulden auch insoweit als Werbungskosten bei deren Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit abziehbar, als die Haftung auf nicht abgeführter Lohnsteuer beruhe, die auf den Arbeitslohn der Geschäftsführerin entfalle. Das Abzugsverbot gemäß § 12 Nr. 3 EStG stehe dem nicht entgegen.

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